Unsere Erasmus+ Gastdozenten berichten

Erasmus+ Gastdozentur an der Universität Jyväskylä, Finnland

JProf. Dr. Christiana Schallhorn, Juniorprofessorin für Sportsoziologie

Anfang Januar 2025 hatte ich die Möglichkeit zu einem Lehraufenthalt nach Jyväskylä zu gehen. Finnland im Januar, wenn die Kälte und Dunkelheit am größten sind? Na klar, raus aus der Komfortzone! Und so erlebte ich eine der schönsten Wochen meiner Unilaufbahn. Aber von vorn.
Jyväskylä ist die einzige Universität in Finnland, an der man Sportwissenschaft studieren kann. Die Stadt ist mit ca. 145.000 Einwohnern groß, aber mit einem überschaubaren Stadtkern. Dafür aber mitten in herrlicher Landschaft aus Seen und Wäldern, die im Winter besonders idyllisch wirken.
Mein Aufenthalt in Jyväskylä war im Rahmen der Winter School für Studierende der Sportwissenschaft. Daran nahmen sowohl finnische Studierende teil als auch Studierenden aus sämtlichen Teilen der Welt wie Nordamerika, Europa, Süd- und Ostasien, die einen internationalen Studiengang studierten oder ebenfalls nur für die Winter School vor Ort waren. Das war eine sehr spannende Studierendengruppe, da wir durch die diversen kulturellen, sozialen und akademischen Hintergründe sehr viele unterschiedliche Perspektiven diskutieren konnten, die weit über den Sport in den verschiedenen Länder hinaus gingen. Das war beeindruckend und hat mich nachhaltig zum Nachdenken angeregt. Auf diese Weise, in der Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Menschen, erhält man Einblicke und Informationen über andere Länder und Kulturen, die nicht irgendwo zu recherchieren sind, sondern authentisch von Studierenden berichtet werden. Gleichzeitig lernt man die Themen Diversität und Internationalisierung aus einer ‚Lernenden‘ Perspektive neu kennen. Es macht einen großen Unterschied, diese Wörter zu hören, die heutzutage fast schon inflationär verwendet werden, oder die Bedeutung, die dahintersteht, tatsächlich zu erleben. Sich der Vielfältigkeit der Menschen und ihrer Ansichten, Werte und Überzeugungen bewusst und dafür sensibilisiert zu werden, gelingt oft nur im direkten Austausch und respektvollen Miteinander. Allein dies war eine wertvolle Erfahrung für mich und zeigt die Wichtigkeit von Internationalisierung – und solchen Austauschprogrammen. Auch an der Universität habe ich mich sehr wohl und gut aufgehoben gefühlt. Alles war bestens organisiert und lief reibungslos. In Gesprächen habe ich viel Neues über Finnland und das Bildungssystem gelernt. Durch die vor Ort organisierten Aktivitäten für Dozierende und Studierende, wie der Besuch eines Futsal-Derbys, Skilanglauf, und – natürlich – die finnische Sauna, hatte ich die Gelegenheit, die finnische Kultur näher kennenzulernen.
Nach einer Woche Jyväskylä kann ich nachfühlen, dass die Finnen die glücklichsten Menschen der Welt sind ohne genau sagen zu können, warum. Für mich war es eine wunderschöne Zeit, in der ich viel dazulernen konnte, was die Lehre mit internationalen Studierenden betrifft – welche Werte sie vertreten, wie sie die Welt des Sports wahrnehmen und was es ihrer Meinung nach braucht. Diese Erfahrung hat mich motiviert, Internationalisierungsprozessen an deutschen Universitäten voranzutreiben. Interessant fand ich auch den Austausch über Digitalisierungsprozesse im finnischen Bildungssystem. Darüber hinaus war es bereichernd, Einblicke in ein Land zu bekommen, das im Winter durch seine Gemütlichkeit, für sein Bewusstsein für gesunde Ernährung und nachhaltigem Denken zum Schutz seiner Umwelt beeindruckt. Finnland im Winter? Auf jeden Fall! Und jederzeit wieder!

Erasmus+ Gastdozentur in Prag, Tschechien

Univ.-Prof. Dr. Julian Rentzsch, Professur für Turkologische Sprachwissenschaft

Das Abkommen zwischen der Abteilung für Mittelost-Studien der Karls-Universität Prag und der Abteilung Turkologie der Universität Mainz ist noch relativ neu, daher war dies mein erstes Kennenlernen mit dem Prager Institut und den Kolleginnen und Kollegen dort. Die Abteilung verfügt über eine engagierte und interessierte Studierendenschaft, was ich sowohl in den Lehrveranstaltungen selbst als auch in persönlichen Gesprächen im Nachhinein feststellen konnte. Wir hatten auch Gelegenheit, für die Universität Mainz als Ziel von Erasmus+ Mobilität zu werben und die Studiengänge und Abschlussmöglichkeiten an unserer Abteilung vorzustellen. Neben der eigentlichen Arbeit gab es auch hinreichend Möglichkeiten, die Stadt zu besichtigen und an Kulturveranstaltungen wie der Eröffnung von Orhan Pamuks Wanderausstellung zum „Museum der Unschuld“ in Prag beizuwohnen.

Erasmus+ Gastdozentur an der Universidade do Porto

Dr. Yvonne Hendrich, Portugiesische Sprachpraxis, Kultur- und Literaturwissenschaft, Romanisches Seminar (FB 05)

Porto ist immer eine Reise wert. Vom 01.07. bis 05.07.2024 war ich als Gastdozentin an der Faculdade de Letras da Universidade do Porto/Portugal. Dort fand – mittlerweile in der dritten Auflage und von der Universidade do Porto erneut bestens organisiert – ein Erasmus+ Blended Intensive Programme (BIP) mit Studierenden und KollegInnen aus verschiedenen europäischen Universitäten statt. Unter dem Motto „ENSINAR PORTUGUÊS LÍNGUA NÃO MATERNA: CRUZAR EXPERIÊNCIAS, MULTIPLICAR RECURSOS / TEACHING PORTUGUESE AS A NON-NATIVE LANGUAGE: CROSSING EXPERIENCES, MULTIPLYING RESOURCES“ wurden von den TeilnehmerInnen Workshops und Lerneinheiten gestaltet. Gemeinsam mit meinem Team aus neun Studierenden der JGU Mainz hatte ich Gelegenheit, Herausforderungen und Strategien für Portugiesisch als potenzielle Schulfremdsprache zu präsentieren und entsprechende Unterrichtsstunden zu gestalten («Lehrprojekt „Português em Prática (PeP)”: “Aprender e ensinar português – desafios e perspetivas / Learning and Teaching Portuguese – Challenges and Perspectives). Für alle Beteiligten, insbesondere für die Studierenden als Lernende und zukünftig Lehrende, war der rundum gelungene Aufenthalt in Porto eine bereichernde Erfahrung auf sprachlicher, kultureller und auch menschlicher Ebene, die einige der Studierenden darin bestärkt hat, weitere Aufenthalte in einem portugiesischsprachigen Land zu absolvieren.

Erasmus+ Gastdozentur in Valencia, Spanien

Dr. Jasmin Fitzpatrick, FB 02 - Sozialwissenschaften, Medien und Sport

Die Collective Short Term Mobility brachte uns einen interessanten Austausch mit Studierenden und Lehrenden der FORTHEM Universitäten zu den Europawahlen 2024. Ein besonderes Highlight war jedoch die Besichtigung des Regionalparlaments in seinem historischem Gebäude.

 

Bericht zur Summerschool “Life & Vision” an der University of Agder, Grimstad, Norwegen

Dr. Petra Bauer und Henrik Weitzel M.A., Institut für Erziehungswissenschaft (FB02), AG Weiterbildung und Medienbildung

Gemeinsam mit Studierenden aus dem Studiengang Erziehungswissenschaft - Lebenslanges Lernen und Medienbildung der JGU Mainz haben wir (Dr. Petra Bauer und Henrik Weitzel, M.A.) an der University of Agder in Grimstad (Norwegen) eine Short Term Mobility Woche im Rahmen von FORTHEM durchgeführt. Das Thema war Design your Life – Life & Vision. In dem Kurs geht es darum die eigene Persönlichkeit und Werte besser kennenzulernen, sein bisheriges Leben zu reflektieren sowie zukünftige Visionen und Möglichkeiten der eigenen Lebensgestaltung zu konstruieren. Letztendlich sollen die Teilnehmenden am Ende der Woche verschiedene Prototypen zum Ausprobieren designt haben.

Die teilnehmenden Studierenden kamen aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Lettland, Polen und Spanien. Es gab viele Möglichkeiten für einen interkulturelle Austausch innerhalb der Gruppe.

Die University of Agder mit Standorten in Grimstad und Kristiansand ist eine sehr moderne und innovative Universität. Wir waren ausschließlich am Standort Grimstad. Die Stadt an sich ist sehr idyllisch gelegen und verkörpert das malerische Bild norwegischer Kleinstädte an einem Fjord.

Erasmus+ Gastdozentur in Palermo, Italien

PD Dr. Pascal Nickas

Eine interdisziplinäre Summer School zum Thema 'Spatial Inequalities': Wirtschaftswissenschaften, Urbanistik, Geographie und Medizin. Eine sehr gut organisierte und von den Studierenden begeistert aufgenommene Veranstaltung, bei der Theorie, Methode und empirische Feldforschung in einer perfekten Balance standen!

 

Erasmus+ Gastdozentur an der Università degli Studi di Ferrara, Italien

Dr. Michael Walschots, FB 05 - Philosophie und Philologie

Bei meinem Erausmus+ Lehraufenthalt in Ferrara, Italien, habe ich nicht nur wichtige wissenschaftlichen Beziehungen gestärkt, sonder auch erfahren, wie italienische Studierende Philosophie studieren. Ich kann jetzt forschen und lehren mit einer breiteren europäischen Perspektive.

Erasmus+ Gastdozentur an der Evangélikus Hittudományi Egyetem in Budapest, Ungarn

Wolfgang Zwickel, FB 01 - Katholische Theologie und Evangelische Theologie

Die 8 Stunden Lehrveranstaltung bestanden aus 3 Lehrveranstaltungen im alttestamentlichen Doktorandenprogramm der Lutherischen Universität und einem allgemeinen Vortrag für ein breiteres Publikum. Das Doktorandenprogramm war mit insgesamt 6 Anwesenden naturbedingt recht klein, dafür intensiv. Ich hielt 2 je 2-stündige Vorlesungen und ein 2-stündiges Seminar zum Thema der Philister. Da die Teilnehmenden alle Doktoranden waren, gab es hier ein hohes Niveau, was sich vor allem in den Rückfragen zeigte. Die Vorlesung über die Kulturgeschichte des Gazastreifens war dagegen breiter angelegt und für alle Studierenden offen, so dass auch eine erfreulich hohe Anzahl an Teilnehmenden anwesend war.
Darüber hinaus führte ich mehrere intensive Gespräche mit den beiden Fachvertretern, Frau Prof. Dr. Varga Gyöngyi und Prof. Dr. Miklos Köszeghy, darüber hinaus auch Gespräche mit Prof. Dr. Jutta Hausmann (jetzt Jüdische Hochschule) und Prof. Dr. Karasszon (Reformierte Hochschule). Dabei konnte gut an frühere Erasmuslehraufenthalte angeknüpft werden, an denen diese beiden Kollegen beteiligt waren.
Mit Prof. Köszeghy wurde dessen geplanter Aufenthalt in diesem Jahr in Mainz inhaltlich geklärt und die Themen abgesprochen. Darüber hinaus wurden Planungen aufgenommen für einen weiteren Aufenthalt meinerseits in Budapest 2025 abgesprochen, wobei das nächste Mal versucht werden soll, sowohl das alttestamentliche als auch das neutestamentliche Doktorandenprogramm zu kombinieren. Da es im Neuen Testament aktuell nur 2 Promovierende gibt, könnte das eine Stärkung für deren Lehre sein. Als Thema wurde die Zeit 100 v.CHr. – 100 n. Chr. anvisiert.
Insgesamt waren es sehr intensive und erfolgreiche Tage.

Erasmus+ Gastdozentur an der Universität Jyväskylä, Finnland

Norbert Schütte, FB 02 – Sportwissenschaft

Eines Tages fand ich den folgenden Aufruf in meinem Postfach: „JYU will organise a study module within the IMDP in Responsible Management and Business of Sport (RESPO) that focuses on Current Issues in Sustainability of Sport. The study module will be organised in collaboration with the Sport Suomi network and with the City of Jyväskylä. Sport Suomi network aims to find channels of stakeholder collaboration in research, development and innovation in the areas of sport, physical activity, health and wellbeing.”

Da ich mich im Rahmen meiner Lehre und Forschung oft mit Themen der Nachhaltigkeit beschäftigt habe, fragte ich an, ob ich passen würde und wir wurden uns sehr schnell einig. So kam ich zu der Einladung nach Jyväskylä in Finnland an unsere Partneruniversität im Forthem Programm der EU.

So kam es, dass ich vom 15 bis 19 April 2024 in Südfinnland Teil des Programms eines Kompaktseminars war. Wir hatten 17 Studierende aus Frankreich, Tschechien, der USA, China, dem Iran und natürlich auch aus Finnland. Alle waren sehr interessiert und zusammen befassten wir uns mit Fragen der Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit Mega-Sportevents wie den Olympischen Spielen oder der Fußballweltmeisterschaft. Unsere Gastgeber veranstalteten für die Studierenden einen Fallstudienwettbewerb. In Kooperation mit zwei Startup Unternehmen sollten die Studierenden einen Marketingplan für ihre Innovationen erstellen, der insbesondere auch Fragen der Nachhaltigkeit berücksichtigt. Am letzten Tag wurden die Ergebnisse vorgestellt und prämiert. Ich hatte die Ehre Teil der Jury zu sein.

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Erasmus+ Gastdozentur an der Universität Barcelona, 18.-21. März 2024

Dr. Tobias Christ, Gutenberg-Institut, Abt. Buchwissenschaft

Am Departament de Llengües i Literatures Modernes der Universität Barcelona werden sprach- und literaturwissenschaftliche Inhalte im Rahmen verschiedener Studiengänge vermittelt. Im Rahmen des von Dr. Rosa Pérez Zancas geleiteten Seminars „Literatura i Holocaust“ war ich eingeladen, den Studierenden sowie interessierten Gästen das spannende Thema „Widerständiges Schreiben und Publizieren unter der NS-Diktatur“ in spanischer Sprache näherzubringen.Da die Literatur der sogenannten ‚Inneren Emigration‘ im Gegensatz zur Exilliteratur im Seminar bisher nicht behandelt worden war, hatte ich eine umfassende Einführung in die politischen und buchhandelsgeschichtlichen Voraussetzungen von Literaturproduktion im „Dritten Reich“ konzipiert. Mein Einführungsvortrag behandelte NS-Literaturpolitik und Zensur sowie die Formen des Umgangs von Literaturschaffenden und Verlegern zwischen Gefolgschaft, Anpassung und Widerstand. In den folgenden Seminarsitzungen setzten wir uns dann konkret mit Strategien und Formen literarischer Camouflage auseinander, mit Techniken ‚verdeckten Schreibens‘ also, die im Sinne des ‚Ideenschmuggels‘ von dissidenten und oppositionellen Schriftstellern genutzt wurden, um den anvisierten Lesern trotz zensorischer Kontrolle regimekritische Botschaften zu vermitteln. Weiterlesen "Erasmus+ Gastdozentur an der Universität Barcelona, 18.-21. März 2024"