Dr. phil. Barlo Hillen | FB 02 Sozialwissenschaften, Medien & Sport
Eine Gastdozentur für Lehrende der Sportwissenschaft an der JYU ist eine wertvolle Erfahrung und sehr zu empfehlen. Im September 2024 wurde es mir, über eine Erasmus+ Gastdozentur, ermöglicht internationale Lehrerfahrung an der Fakultät für Gesundheits- und Sportwissenschaften der Universität Jyväskylä in Finnland zu sammeln. An meinen Lehrveranstaltungen nahmen vornehmlich internationale und finnische Masterstudierende, sowie Doktoranden teil. Diese wurden im Vorlesungs- und Seminarformat gehalten. Thematisch lagen die Lehrinhalte in den Feldern der Leistungsphysiologie unter Berücksichtigung verschiedener Umwelteinflüsse, der Infrarotthermografie und sportwissenschaftlicher Forschungsmethodik. Das Lehrpersonal war hinsichtlich der Gestaltung meiner Lehrveranstaltungen sehr offen. Die Studierenden haben engagiert und aktiv mitgewirkt und standen den Inhalten ebenfalls sehr offen und interessiert gegenüber. Die Kommunikation meiner Lehrveranstaltungen lief sehr gut, so waren Studierende und Mitarbeitende stets informiert und anwesend. Neben der Durchführung eigener Lehrveranstaltungen wurde es mir ermöglicht in den üblichen Lehrveranstaltungen zu hospitieren und Einblicke zu erhalten. So erhielt ich vor allem Einblicke in die Demonstration der physiologischen Messmethoden oder in Vorlesungen von bereits etablierten erfahrenen Lehrkräften. Das Netzwerk aus sportwissenschaftlich Lehrenden als auch Forschenden konnte durch den Aufenthalt deutlich gesteigert werden.
Die Fakultät ist sehr gut ausgestattet und es findet sich eine Vielzahl an Messinstrumenten für physiologische Untersuchungen und der Analyse molekularbiologischer Marker. Seminarräume, Sportstätten und Labore sind nicht weit voneinander entfernt. Insgesamt gestaltet sich der Alltag der Studierenden sehr lebendig und die vermittelten Themen entsprechen aktuellen, relevanten Themen der Sportwissenschaft. Ansonsten besteht der Campus aus einer Mischung älterer und neuer Gebäude und die Atmosphäre ist insgesamt sehr angenehm belebt. Interessant ist, dass auf dem Campus eine Schule, inklusive eines Sportplatzes, integriert ist und dort neue Lehrkonzepte unmittelbar erprobt und evaluiert werden. Hervorzuheben ist ebenso, dass die Sportstätten auf dem Campus sind und sich beispielsweise die Eishockeyhalle direkt neben einem der Hauptgebäude der Fakultät befindet. Besonders die verschiedenen Essensmöglichkeiten sind sehr gut und die Art und Weise der Essensausgabe findet nach dem Prinzip der Selbstbedienung statt.
Die Stadt Jyväskylä bietet durch die Lage an gleich drei Seen einen besonderen Charme. Der aktive Lebensstil der Finnen wird sehr gut repräsentiert. Eine Fahrradtour oder eine Laufrunde um die Seen ist immer gut möglich und kann durch eine Trainingseinheit an einigen Outdoorgyms ergänzt werden. Insgesamt herrscht eine entspannte Atmosphäre in der ganzen Stadt. Daher ist die JYU für einen Auslandsaufenthalt für Lehrpersonal, Forschende und Studierende der Sportwissenschaft sehr zu empfehlen. Die spannenden Forschungsprojekte, die tolle Ausstattung, die vorherrschende Bereitschaft einen internationalen Austausch zu pflegen, sowie der aktive, gesunde Lebensstil passen sehr gut zu den Interessen von Sportwissenschaftler*innen. So bleibt es mir zum Abschluss nur noch zu vermerken, dass ich einen solchen Lehraufenthalt nur wärmstens weiterempfehlen kann.
