Visumspflicht

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nicht-EU-Staaten, die in der Bundesrepublik Deutschland forschen wollen, benötigen grundsätzlich vor ihrer Einreise ein Visum. Zuständig für dessen Erteilung ist die Auslandsvertretung (Botschaft oder Generalkonsulat) der Bundesrepublik Deutschland, in deren Amtsbezirk die Forscherin / der Forscher ihren / seinen gewöhnlichen Aufenthalt bzw. Wohnsitz hat.

Das Visumantragsformular erhalten Sie kostenlos bei der jeweiligen Auslandsvertretung. Die Formulare können auch beim Auswärtigen Amt heruntergeladen werden.

Nach der Ankunft in Deutschland beantragt die Forscherin / der Forscher bei einer zuständigen Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis nach § 20 AufenthG.

Die Erteilung eines Aufenthaltstitels nach § 20 AufenthG setzt grundsätzlich voraus, dass

  • die Einreise mit einem erforderlichen Visum für Forschungsaufenthalte erfolgte und die für die Erteilung maßgeblichen Angaben bereits im Visumantrag gemacht wurden
  • der Lebensunterhalt gesichert ist,
  • die Identität und Staatsangehörigkeit geklärt sind,
  • die Passpflicht erfüllt ist,
  • kein Ausweisungsgrund vorliegt.

Die Aufenthaltserlaubnis wird i.d.R. für mindestens ein Jahr erteilt. Wenn das Forschungsvorhaben in einem kürzeren Zeitraum durchgeführt wird, wird die Aufenthaltserlaubnis auf die Dauer des Forschungsvorhabens befristet.

Für die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis gelten dieselben Vorschriften wie für die Erteilung.

Promovierende, die ihre Dissertation im Rahmen einer Forschungstätigkeit erstellen, für die mit einer Forschungseinrichtung eine Aufnahmevereinbarung abgeschlossen wurde, fallen in den Anwendungsbereich der Forscherrichtlinie und können eine Aufenthaltserlaubnis nach § 20 Aufenthaltsgesetz erhalten.

Auch ein Vollstipendiat kann einen Aufenthaltstitel für Forscher nach § 20 Aufenthaltsgesetz erhalten, sofern ihm der geforderte Mindestbetrag zur Sicherung des Lebensunterhalts zur Verfügung steht.