Aufenthaltstitel

Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nicht-EU-Staaten gibt es am häufigsten folgende zwei Aufenthaltstitel:

§ 20 AufenthG

Seit dem 22.02.2010 können Forscherinnen und Forscher an der JGU, die aus Nicht-EU-Staaten kommen, unter Vorlage einer wirksam abgeschlossenen Aufnahmevereinbarung zur Durchführung eines Forschungsvorhabens eine Aufenthaltserlaubnis nach § 20 AufenthG beantragen.

Vorteile des § 20 AufenthG sind:

  • Mobilitätsrecht innerhalb der Europäischen Union
  • erleichterter Ehegattennachzug:
    • Ehegatten von ForscherInnen müssen keine deutschen Sprachkenntnisse nachweisen, wenn die Ehe bereits bestand, als die Forscherin / der Forscher ihren / seinen Lebensmittelpunkt in das Bundesgebiet verlegt hat.
    • Ehegatten von ForscherInnen sind zur Ausübung einer Beschäftigung berechtigt, wenn die Bundesagentur für Arbeit überprüft hat, dass sie / er nicht zu ungünstigeren Arbeitsbedingungen als vergleichbare deutsche ArbeitnehmerInnen beschäftigt wird und die Zustimmung erteilt hat. Eine Prüfung, ob andere ArbeitnehmerInnen einen bevorrechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt haben, findet nicht statt.

Promovierende, die ihre Dissertation im Rahmen einer Forschungstätigkeit erstellen, für die mit einer Forschungseinrichtung eine Aufnahmevereinbarung abgeschlossen wurde, fallen in den Anwendungsbereich der Forscherrichtlinie und können eine Aufenthaltserlaubnis nach § 20 Aufenthaltsgesetz erhalten.

Auch Vollstipendiaten können einen Aufenthaltstitel für ForscherInnen nach § 20 Aufenthaltsgesetz erhalten, sofern ihnen der geforderte Mindestbetrag zur Sicherung des Lebensunterhalts zur Verfügung steht.

Voraussetzungen:
  • Die Einreise erfolgte mit einem erforderlichen Visum für Forschungsaufenthalte und die Angaben, die für die Erteilung des Visum maßgeblich waren, wurden bereits im Visumantrag gemacht.
  • Der Lebensunterhalt ist gesichert, d.h. die Forscherin / der Forscher verfügt monatlich über einen Nettomindestbetrag in Höhe von 1.890 Euro, der sich aus verschiedenen Quellen - z.B. Gehalt, Stipendien, Ersparnisse - zusammensetzen kann.
  • Die Identität und Staatsangehörigkeit sind geklärt.
  • Die Passpflicht ist erfüllt.
  • Es liegt kein Ausweisungsgrund vor.
Kosten:
  • Für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis mit einer Geltungsdauer von bis zu einem Jahr wird zurzeit in Mainz eine Gebühr von 50 Euro erhoben.
  • Für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis mit einer Geltungsdauer von mehr als einem Jahr erhebt die Stadt Mainz zurzeit eine Gebühr von 60 Euro.

§ 18 AufenthG

Sofern § 20 AufenthG nicht möglich oder erwünscht ist, können Forscherinnen und Forscher aus Nicht-EU-Staaten für einen mehr als dreimonatigen Aufenthalt in Deutschland eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Erwerbstätigkeit nach § 18 AufenthG in Verbindung mit § 5 Beschäftigungsverordnung erhalten.

Voraussetzungen:
  • Die Einreise erfolgte mit einem erforderlichen Visum für Forschungsaufenthalte und die Angaben, die für die Erteilung des Visum maßgeblich waren, wurden bereits im Visumantrag gemacht.
  • Der Lebensunterhalt ist gesichert, d.h. die Forscherin / der Forscher verfügt monatlich über einen Nettomindestbetrag in Höhe von mind. 700 Euro, der sich aus verschiedenen Quellen - z.B. Gehalt, Stipendien, Ersparnisse - zusammensetzen kann. Die von der Ausländerbehörde geforderte monatliche Summe kann höher liegen, wenn die Höhe der Miete und Unterbringung über 60% des Mindestbetrags liegen.
  • Die Identität und Staatsangehörigkeit sind geklärt.
  • Die Passpflicht ist erfüllt.
  • Es liegt kein Ausweisungsgrund vor.
Kosten:
  • Für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis mit einer Geltungsdauer von bis zu einem Jahr wird zurzeit in Mainz eine Gebühr von 50 Euro erhoben.
  • Für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis mit einer Geltungsdauer von mehr als einem Jahr erhebt die Stadt Mainz zurzeit eine Gebühr von 60 Euro.
  • Für die Umwandlung von § 18 AufenthG in § 20 AufenthG, nachdem eine „Aufnahmevereinbarung zur Durchführung eines Forschungsvorhabens” abgeschlossen wurde, erhebt die Stadt Mainz zurzeit eine Gebühr von 40 Euro.